Intuition - über den Verstand hinaus

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand sein treuer Diener.

Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat.

Albert Einstein

 

Unter Intuition versteht man Gedanken, welche auf unserem Unterbewusstsein beruhen und ohne Nachdenken zustande kommen. Gefühle oder Ideen lassen sich nicht rational erklären. Sie sind "einfach da" ohne dass man deren Entstehung begründen kann. Es ist dieses unerklärliche Wissen, diese leise Ahnung....Intuition ist ganzheitliches Wahrnehmen.

Ganzheitliches Wahrnehmen geschieht oft, wenn man etwas tut indem man voll aufgeht - wenn man im "Flow" ist...

wenn es einfach so fliesst....

  

Intuition ist uns eigentlich angeboren - sie ist unser Geburtsgeschenk. Man schaue sich nur kleine Kinder an, die noch genau wissen was ihnen gut tut. Um von anderen geliebt zu werden und anderen zu gefallen, haben wir irgendwann damit aufgehört, das zu tun was wir wirklich möchten. So haben wir verlernt selbst bestimmt zu leben....

 

Oft verwechselt man die Intuition aber mit der Sprache des Verstandes. Woran kann man denn erkennen, ob das Herz oder der Verstand spricht? Der Schlüssel liegt im Vertrauen, bewussten Fühlen und Erfahren.

 

Wer seinem Herz vertraut, der vertraut seiner eigenen Stärke und lebt authentisch. Er braucht sich nicht mehr zu verstellen um anderen zu gefallen.....

Die unperfekte Mutter!

 Wortbeschrieb „Mutter“ im Duden:

 

1.Frau, die ein oder mehrere Kinder geboren hat

 

2.Frau, die in der Rolle einer Mutter ein oder mehrere Kinder versorgt, erzieht

 

 Wortbeschrieb für „perfekt“ im Duden: frei von Mängeln, vollkommen

 

Synonyme: einwandfrei, fehlerfrei, fehlerlos, frei von Mängeln, makellos, meisterhaft, mustergültig, ohne Fehler/Makel/Mängel, untadelig, vollendet, vollkommen, vorbildlich; (gehoben) ohne Fehl [und Tadel]; (bildungssprachlich) in optima forma; (umgangssprachlich) tipptopp; (emotional) tadellos

 

Dann könnte man die perfekte Mutter also in etwa so beschreiben:

Eine einwandfrei, fehlerlose, tadellose, mustergültige, makellose Frau usw., die ein oder mehrere Kinder geboren hat oder in der Rolle der Mutter Kinder versorgt und erzieht.

 

Was genau ist die heutige Vorstellung einer „perfekten Mutter“?

 

Arbeiten und womöglich Karriere machen, den Haushalt aber trotzdem immer perfekt halten? Die Kinder nebenbei ordentlich versorgen, durchimpfen und angepasst erziehen? Immer alle Termine im Kopf haben, überall anwesend sein und womöglich noch mithelfen? Und dazu dann immer top aussehen und gut drauf sein? Ein Haus und einen perfekten Garten haben?

 

Ist es möglich all diese Erwartungen zu erfüllen und zu unserer Zufriedenheit unter einen Hut zu bringen? Ist es in Wahrheit nicht so, dass wir überall sein sollten, aber nirgendwo mit Herz und überzeugt dabei sein können, weil wir danach streben all diesen Erwartungen zu entsprechen? Und uns das manchmal extrem unzufrieden macht und wir dann mit dem Finger gerne mal auf andere zeigen um von uns abzulengen? Realistisch gesehen, können wir doch machen was wir wollen, wir können dem gar nie gerecht werden…

 

Wo bleibt die Zeit für uns selbst? Wie können wir den Kindern vorleben, was wir uns eigentlich für sie wünschen, wenn wir das Gefühl haben, solchen Erwartungen entsprechen zu müssen? Da hat uns die Emanzipation, meiner Meinung nach, auch nicht wirklich zu mehr Selbstbestimmtheit verholfen…..

 

Jedenfalls habe ich vor Jahren, während einer meiner tiefsten Erschöpfungsphasen, schon eingesehen,  dass ich das alles ja realistisch gesehen gar nie sein kann und auch gar nicht möchte. Und trotzdem ist diese Erwartungshaltung noch immer in mir verankert, dieses Bild einer perfekten Mutter, die es im Grunde genommen gar nicht gibt! Ich bin mir dessen eigentlich voll bewusst und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich unbewusst manchmal kurz dem Drang nachgebe entsprechen zu wollen....und dann machen sich sofort wieder Selbstzweifel in mir breit machen….

 

Da kommt mir in den Sinn, was mein Sohn einmal zu mir gesagt hat, als er nicht mehr in die Schule wollte: Weisst du Mama, es sind alle Roboter, aber ich eben nicht. In einer Gesellschaft die stark nach Leistung und Perfektion strebt, meint  mein 10-jähriger versagt zu haben, weil er eigentlich alles „perfekt“ machen möchte und es ihn so viel Energie kostet überall entsprechen zu wollen!

 

Wir wollen ja eigentlich alle nur, dass unsere Kinder gut auf das Leben vorbereitet sind, aber vergessen manchmal dabei, dass zum Leben auch das Scheitern gehört. Das Scheitern an den eigenen Ansprüchen und deren von anderen. Das eingestehen von Fehlern gehört dazu und der Satz: „Es tut mir leid, das hätte ich vielleicht anders machen sollen“ wäre viel wertvoller und authentischer, als immer alles perfekt machen zu wollen oder es nach Aussen so erscheinen zu lassen.

 

Perfekt ist eine Illusion! Wollen wir ein Leben voller Schuldgefühle und Selbstzweifel weil wir einer Illusion nacheifern? Oder wollen wir unseren Kindern lieber vorleben authentisch und zufrieden zu sein?

 

Ich wünsche meinen Kindern von ganzem Herzen, dass sie echt sein und ihre eigenen Meinungen und Werte leben können. Dass sie lernen ihrem Herzen zu folgen. Dass sie in schwierigen Momenten immer jemanden an der Seite haben, der ihnen Halt gibt. Dass sie, auch wenn sie scheitern und nicht immer alles rund läuft, an sich glauben und Vertrauen und Mut schöpfen können.

 

Und was wünsche ich mir selbst, damit ich sie darin unterstützen kann?

 

Ich wünsche mir, dass ich mir zuhöre und mich selbst wahrnehme. Anstatt perfekt möchte ich echt sein - so wie ich wirklich bin. Ich wünsche mir, dass ich es immer wieder schaffe meinem Herzen zu folgen und zu Vertrauen – keine Angst davor habe Fehler zu machen, den Mut habe Fehler einzugestehen und nicht dauernd an mir zu zweifeln. Ich wünsche mir, dass ich für meine Kinder da sein kann, wenn sie mich brauchen und sie wahrnehme, so wie sie sind und nicht so wie sie sein sollten. Und ich wünsche mir, dass ich mir dem HIER und JETZT bewusster bin, wertvolle Zeit mit meinen Kindern verbringe und diese zu schätzen weiss.

 

Es wird immer wieder Tage des schlechten Gewissen und der Selbstzweifel geben – wo die Angst in uns aufkommt etwas falsch zu machen und wo wir uns unserer Selbst nicht sicher sind. Wir sollten uns in solchen Momenten ganz bewusst auf die Schulter klopfen - für alles worauf wir stolz sind und zu uns sagen: ich bin stolz auf mich, ich mache Fehler und vieles so wie es für uns stimmt.“

 

Versuchen wir vermehrt unserem Herzen zu folgen - dem guten Gefühl, dass wir verspüren wenn uns etwas anzieht und wahrnehmen,

wenn uns etwas widerstrebt.

 

Kommt, liebe Mamis, lassen wir das Perfekte-Mami-Bild endlich los und

unterstützen uns lieber gegenseitig!!!

Am Ende des Lebens zählt nämlich nur die Liebe

 

Was wünscht du dir für dich und deine Kinder?

Welche Perfekte-Mami-Angewohnheiten könntest du ablegen,um zufrieden unperfekt zu sein?;-)

 

Wie werde ich wahrgenommen?

In letzter Zeit habe ich mich öfters mit dieser Frage auseinandergesetzt. Wie wurde ich wahrgenommen und wie nimmt man mich heute wahr? Nimmt man mich überhaupt wahr? Oder habe ich nur das Gefühl nicht wahrgenommen zu werden? Wie nehme ich die anderen wahr? Nehme ich sie manchmal gar nicht oder falsch wahr?

Wie wir als erwachsene Person wahrgenommen werden, hat viel damit zu tun, was wir als Kind für eine Rolle in der Familie hatten. Denn diese Rolle übernehmen wir in Beziehungen bis heute. Doch sind wir uns dieser Rolle oft oder ganz lange gar nicht bewusst. Ich arbeite schon sehr lange an mir. Aber erst kürzlich, mit bald 40 Jahren, bin ich mir bewusst geworden, welche Rolle ich  in meiner Familie eigentlich hatte und dass mir diese heute manchmal unendlich viel Energie raubt und dazu führt, dass ich mich oft nicht wahrgenommen fühle. In meiner Rolle hatte ich das Gefühl immer stark und unfehlbar sein zu müssen, nie sollte jemand den Eindruck bekommen, dass ich überfordert sein könnte und auch mal jemanden bräuchte, der mir zuhört-weil ich mich ja auch nie bemerkbar machte. Denn es kam für mich gar nicht in Frage meine eigenen Sorgen und Aengste mitzuteilen, schliesslich sah ich es ja als Aufgabe meinen Eltern möglichst viel emotionalen Balast abzunehmen und ihnen nicht noch mehr Last aufzutragen. An diese Rolle hatte ich mich genauso gewöhnt wie alle anderen auch. Alles hat seinen Ursprung und seinen Grund. Daran hat niemand Schuld. Aber ich bin die einzige die daran etwas verändern kann. Da ich mir dessen nun bewusst bin, fang ich jetzt damit an. Im Moment fühlt es sich für mich an, als wurde ein Bild komplett gelöscht - ein Gefühl der Leere.... das Gefühl ein komplett neues Bild malen zu müssen oder besser gesagt zu möchten....Ich freu mich drauf, doch es braucht sicherlich Zeit....

 

Wie wirst du wahrgenommen? Welches ist deine Rolle?

Freiheit!

Ich mach mir gerade Gedanken über die Freiheit. Was bedeutet frei sein für mich? Eigentlich hat mich der Blog meines Cousins, der seit zwei Jahren auf Weltreise ist, dazu bewegt mal intensiv darüber nachzudenken. Er schreibt:

 

Mit auf die Reise nehme ich die Hoffnung, die Welt mit anderen Augen betrachten zu können, die Angst vor dem Ungewissen zu verlieren, entscheidungsfreudiger zu werden und mich einfacher auf ein Wagnis einlassen zu können. Es ist für mich eine Reise in die äussere weite Welt und eine Reise in die Welt in mir. 

Ich bewundere meinen Cousin, der den Mut hatte alles hinter sich zu lassen und diese Freiheit zu leben. Es gibt Zeiten da würde ich manchmal auch gerne einfach alles mal hinter mir lassen. Früher war es viel einfacher die Sachen zu packen und kurz am Wochenende zu verreisen. Jetzt, mit Mann und drei  Kinder, diesen ganz unterschiedlichen Charakteren und Bedürfnissen, geht das nicht mehr ganz so einfach-zumindest bei uns. Bei anderen sieht das manchmal viel lockerer aus;-). Ich finde es ist schon eine Herausforderung in unserer Familie Kompromisse zu finden. Ich liebe meine Familie über alles, aber ich fühle mich in der Familienstruktur manchmal auch sehr eingeengt. Vor allem hatte ich anfangs grosse Mühe mich mit der „Schulstruktur“ anzufreunden. Ich fühlte mich fremdbestimmt und als Opfer dieses Systems. Ich führte Kampf dagegen, merkte aber irgendwann, dass das weder mir noch meinen Kindern etwas nützte. Im Gegenteil, dieser Kampf kostete mich/uns nur viel Energie für Nichts und ich fühlte mich immer weniger frei. Energie folgt bekanntlich der Aufmerksamkeit und irgendwann erkannte ich, dass ich mich eigentlich selber einengte, indem ich mich so sehr auf diesen „Kampf für mehr Freiheit“ konzentrierte. Meine Kinder und das Schulsystem waren also mein Spiegel. Mit dieser Erkenntnis konnte ich irgendwie loslassen. Manchmal reagiere ich heute gar nicht mehr und die Dinge erledigen sich dann oft wie von selbst oder ich mache es ohne grosse Diskussion so, dass es für uns auch irgendwie stimmig ist. Es ist für mich immer noch ein grosses Bedürfnis meine Meinung zu äussern, denn auch das bedeutet Freiheit für mich. Ich versuche aber mittlerweile erst abzuwägen wo es Sinn macht. Und wenn, dann ohne Kampf, ohne Erwartungen und im Vertrauen, dass es kommt wie es sein muss. Dadurch gewannen ich und meine Kinder irgendwie auch wieder ein kleines Stück Freiheit und Gelassenheit.

Hochsensible Menschen sind für mich Menschen die „erwacht“ sind, unabhängig sein wollen, nicht mehr nur dem Mainstream folgen möchten und somit viele Veränderungen herbei führen können. Es hängt mit „bewusstem sein“ (Bewusstsein) zusammen, wann und wie stark die Hochsensibilität sich zeigt. Ich denke, dass wir von Geburt an alle hochsensibel sind, aber die Sensibilität wird bei den Meisten mit dem Erwachsenwerden abgestumpft. Mit wachsendem Bewusstsein kann sie „reaktiviert“ werden. Und dann spürt man tief im Innern, dass man gewisse Dinge einfach anders machen möchte. Man kann eigentlich gar nicht anders, dieser innere Drang ist einfach da. Anfangs entsteht ein Konflikt zwischen Innen und Aussen und es ist wichtig zu lernen damit umzugehen. Ansonsten lebt man in ständigem Kampf und mit Selbstzweifeln.

Wie sich Hochsensibilität bei jedem einzelnen auswirkt, ist individuell und abhängig von den Charaktereigenschaften und den Glaubensmuster eines Menschen. Man kann Hochsensibilität also nicht schubladisieren und es gibt keine Anleitung! Es ist gut Gleichgesinnte zu haben oder jemanden der einen unterstützt. Helfen kann man sich letztlich aber nur selbst. Hochsensibilität kann es einem ermöglichen sich selbst zu finden und sich zu reflektieren – die eigenen Charaktereigenschaften und auch die der anderen zu erkennen und so seine Bedürfnisse und Talente zu leben, nebst den Anforderungen des Umfelds. 

Freiheit bedeutet also sich von gewissen Konditionen,  Mustern, Strukturen, Vorurteilen und Ängsten zu lösen, anzunehmen und zu vertrauen.

Hochsensibilität bedeutet für mich persönlich Freiheit, weil sie mir „die innere Reise“ ermöglicht und damit auch immer wieder eigene Wege und Lösungen.....

 

Sensibel-ist es sinnvoll sich bei anderen zu erklären?

Schon lange beschäftige ich mich mit dem Thema Hochsensibilität und als ich das erste Buch darüber las, war ich mir sicher, dass das die Erklärung dafür ist, wieso ich mich schon immer „irgendwie anders“ fühlte……

Dem Ratschlag gewisser Ratgeber sich als Hochsensible am Arbeitsplatz oder in der Schule zu erklären, stehe ich mittlerweile aber eher skeptisch gegenüber. Sogar der Begriff „Hochsensibel“ stört mich manchmal. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Begriff ganz gut in die Opferrolle gepresst wurde…..er erscheint daher so einigen halt nur als eine „Ausrede“ oder eine „Modeerscheinung“.

Wenn wir uns für uns selbst oder unsere Kinder erklären und rechtfertigen, weil man eben gewisse Dinge anders macht, weil man vielleicht auch schneller an seine Grenzen stösst, akzeptiert man sich dann tief im Innern wirklich selbst? Oder geht es eher darum eine Erklärung dafür zu haben wieso man selber oder das Kind halt nicht rein passt?

Es gibt sie einfach, die feinfühligeren Menschen und Tiere, die tiefer wahrnehmen…das ist so und das war schon immer so. Es braucht diese Sensibilität um ein Gleichgewicht herzustellen. Irgendwann aber hat die Menschheit angefangen Sensibilität als Schwäche zu sehen. Die Welt braucht sie aber unbedingt– so einfach ist das.

Man kann nicht mehr erreichen indem man sich erklärt und rechtfertigt. Im Gegenteil, je mehr wir uns erklären, desto mehr entfernen wir uns von uns selbst. Diese Erfahrung habe ich zumindest für mich selbst gemacht. Mittlerweile empfinde ich es daher als ziemlich unwichtig, andere wissen zu lassen, dass ich mich als sensibel wahrnehme. Hilft man sich selber und den Kindern nicht viel besser, wenn man sich darauf konzentriert sich selbst zu stärken, sich vermehrt auf die positiven Seiten der Sensibilität zu stützen, seine Kinder spüren lässt, dass sie vollkommen gut sind, so wie sie sind und ihnen Lösungen und Hilfsmittel mit auf den Weg gibt?

Wichtiger ist es, sich vermehrt auf "das Innen" und nicht zu sehr auf "das Aussen" zu konzentrieren, damit man die Kraft hat, für die Kinder unterstützend zu sein. Die Bezeichnung Hochsensibilität bei einem Lehrer oder anderen Eltern zu erwähnen, ist daher nicht unbedingt hilfreich, ausser man spürt, dass jemand offen dafür ist….Auf jeden Fall aber, ist es sehr aufbauend und hilfreich, sich mit „Gleichgesinnten“ auszutauschen....