Intuition - über den Verstand hinaus

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand sein treuer Diener.

Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat.

Albert Einstein

 

Unter Intuition versteht man Gedanken, welche auf unserem Unterbewusstsein beruhen und ohne Nachdenken zustande kommen. Gefühle oder Ideen lassen sich nicht rational erklären. Sie sind "einfach da" ohne dass man deren Entstehung begründen kann. Es ist dieses unerklärliche Wissen, diese leise Ahnung....Intuition ist ganzheitliches Wahrnehmen.

Ganzheitliches Wahrnehmen geschieht oft, wenn man etwas tut indem man voll aufgeht - wenn man im "Flow" ist...

wenn es einfach so fliesst....

  

Intuition ist uns eigentlich angeboren - sie ist unser Geburtsgeschenk. Man schaue sich nur kleine Kinder an, die noch genau wissen was ihnen gut tut. Um von anderen geliebt zu werden und anderen zu gefallen, haben wir irgendwann damit aufgehört, das zu tun was wir wirklich möchten. So haben wir verlernt selbst bestimmt zu leben....

 

Oft verwechselt man die Intuition aber mit der Sprache des Verstandes. Woran kann man denn erkennen, ob das Herz oder der Verstand spricht? Der Schlüssel liegt im Vertrauen, bewussten Fühlen und Erfahren.

 

Wer seinem Herz vertraut, der vertraut seiner eigenen Stärke und lebt authentisch. Er braucht sich nicht mehr zu verstellen um anderen zu gefallen.....

Wie werde ich wahrgenommen?

In letzter Zeit habe ich mich öfters mit dieser Frage auseinandergesetzt. Wie wurde ich wahrgenommen und wie nimmt man mich heute wahr? Nimmt man mich überhaupt wahr? Oder habe ich nur das Gefühl nicht wahrgenommen zu werden? Wie nehme ich die anderen wahr? Nehme ich sie manchmal gar nicht oder falsch wahr?

Wie wir als erwachsene Person wahrgenommen werden, hat viel damit zu tun, was wir als Kind für eine Rolle in der Familie hatten. Denn diese Rolle übernehmen wir in Beziehungen bis heute. Doch sind wir uns dieser Rolle oft oder ganz lange gar nicht bewusst. Erst kürzlich, mit bald 40 Jahren, bin ich mir bewusst geworden, welche Rolle ich hatte und dass diese mir heute manchmal unendlich viel Energie raubt und dazu führt, dass ich mich oft nicht wahrgenommen fühle. In meiner Rolle hatte ich das Gefühl immer stark sein zu müssen, nie sollte jemand den Eindruck bekommen, dass ich überfordert sein könnte und auch mal jemanden bräuchte, der mir zuhört-weil ich mich ja auch nie bemerkbar machte. Denn es kam für mich gar nicht in Frage meine eigenen Sorgen und Aengste mitzuteilen, schliesslich sah ich es ja als Aufgabe meinen Eltern möglichst viel emotionalen Balast abzunehmen und ihnen nicht noch mehr Last aufzutragen. An diese Rolle hatte ich mich genauso gewöhnt wie alle anderen auch. Da können weder ich noch die anderen etwas dafür. Aber ich bin die einzige die daran etwas ändern kann. Da ich mir dessen nun bewusst bin, kann ich beginnen etwas zu verändern. Aber ich lasse mir Zeit, denn diese Rolle gehört schon so lange zu mir, zu meinem Leben und wird anfangs eine grosse Lücke hinterlassen. Ich möchte behutsam daran gehen sie loszulassen….und die Lücke, die sie hinterlässt, wieder neu füllen….

 

Wie wirst du wahrgenommen? Welches ist deine Rolle?

Freiheit!

Ich mach mir gerade Gedanken über die Freiheit. Was bedeutet frei sein für mich? Eigentlich hat mich der Blog meines Cousins, der seit zwei Jahren auf Weltreise ist, dazu bewegt mal intensiv darüber nachzudenken. Er schreibt:

 

Mit auf die Reise nehme ich die Hoffnung, die Welt mit anderen Augen betrachten zu können, die Angst vor dem Ungewissen zu verlieren, entscheidungsfreudiger zu werden und mich einfacher auf ein Wagnis einlassen zu können. Es ist für mich eine Reise in die äussere weite Welt und eine Reise in die Welt in mir. 

Ich bewundere meinen Cousin, der den Mut hatte alles hinter sich zu lassen und diese Freiheit zu leben. Es gibt Zeiten da würde ich manchmal auch gerne einfach alles mal hinter mir lassen. Früher war es viel einfacher die Sachen zu packen und kurz am Wochenende zu verreisen. Jetzt, mit Mann und drei  Kinder, diesen ganz unterschiedlichen Charakteren und Bedürfnissen, geht das nicht mehr ganz so einfach-zumindest bei uns. Bei anderen sieht das manchmal viel lockerer aus;-). Ich finde es ist schon eine Herausforderung in unserer Familie Kompromisse zu finden. Ich liebe meine Familie über alles, aber ich fühle mich in der Familienstruktur manchmal auch sehr eingeengt. Vor allem hatte ich anfangs grosse Mühe mich mit der „Schulstruktur“ anzufreunden. Ich fühlte mich fremdbestimmt und als Opfer dieses Systems. Ich führte Kampf dagegen, merkte aber irgendwann, dass das weder mir noch meinen Kindern etwas nützte. Im Gegenteil, dieser Kampf kostete mich/uns nur viel Energie für Nichts und ich fühlte mich immer weniger frei. Energie folgt bekanntlich der Aufmerksamkeit und irgendwann erkannte ich, dass ich mich eigentlich selber einengte, indem ich mich so sehr auf diesen „Kampf für mehr Freiheit“ konzentrierte. Meine Kinder und das Schulsystem waren also mein Spiegel. Mit dieser Erkenntnis konnte ich irgendwie loslassen. Manchmal reagiere ich heute gar nicht mehr und die Dinge erledigen sich dann oft wie von selbst oder ich mache es ohne grosse Diskussion so, dass es für uns auch irgendwie stimmig ist. Es ist für mich immer noch ein grosses Bedürfnis meine Meinung zu äussern, denn auch das bedeutet Freiheit für mich. Ich versuche aber mittlerweile erst abzuwägen wo es Sinn macht. Und wenn, dann ohne Kampf, ohne Erwartungen und im Vertrauen, dass es kommt wie es sein muss. Dadurch gewannen ich und meine Kinder irgendwie auch wieder ein kleines Stück Freiheit und Gelassenheit.

Hochsensible Menschen sind für mich Menschen die „erwacht“ sind, unabhängig sein wollen, nicht mehr nur dem Mainstream folgen möchten und somit viele Veränderungen herbei führen können. Es hängt mit „bewusstem sein“ (Bewusstsein) zusammen, wann und wie stark die Hochsensibilität sich zeigt. Ich denke, dass wir von Geburt an alle hochsensibel sind, aber die Sensibilität wird bei den Meisten mit dem Erwachsenwerden abgestumpft. Mit wachsendem Bewusstsein kann sie „reaktiviert“ werden. Und dann spürt man tief im Innern, dass man gewisse Dinge einfach anders machen möchte. Man kann eigentlich gar nicht anders, dieser innere Drang ist einfach da. Anfangs entsteht ein Konflikt zwischen Innen und Aussen und es ist wichtig zu lernen damit umzugehen. Ansonsten lebt man in ständigem Kampf und mit Selbstzweifeln.

Wie sich Hochsensibilität bei jedem einzelnen auswirkt, ist individuell und abhängig von den Charaktereigenschaften und den Glaubensmuster eines Menschen. Man kann Hochsensibilität also nicht schubladisieren und es gibt keine Anleitung! Es ist gut Gleichgesinnte zu haben oder jemanden der einen unterstützt. Helfen kann man sich letztlich aber nur selbst. Hochsensibilität kann es einem ermöglichen sich selbst zu finden und sich zu reflektieren – die eigenen Charaktereigenschaften und auch die der anderen zu erkennen und so seine Bedürfnisse und Talente zu leben, nebst den Anforderungen des Umfelds. 

Freiheit bedeutet also sich von gewissen Konditionen,  Mustern, Strukturen, Vorurteilen und Ängsten zu lösen, anzunehmen und zu vertrauen.

Hochsensibilität bedeutet für mich persönlich Freiheit, weil sie mir „die innere Reise“ ermöglicht und damit auch immer wieder eigene Wege und Lösungen.....

 

Sensibel-ist es sinnvoll sich bei anderen zu erklären?

Schon lange beschäftige ich mich mit dem Thema Hochsensibilität und als ich das erste Buch darüber las, war ich mir sicher, dass das die Erklärung dafür ist, wieso ich mich schon immer „irgendwie anders“ fühlte……

Dem Ratschlag gewisser Ratgeber sich als Hochsensible am Arbeitsplatz oder in der Schule zu erklären, stehe ich mittlerweile aber eher skeptisch gegenüber. Sogar der Begriff „Hochsensibel“ stört mich manchmal. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Begriff ganz gut in die Opferrolle gepresst wurde…..er erscheint daher so einigen halt nur als eine „Ausrede“ oder eine „Modeerscheinung“.

Wenn wir uns für uns selbst oder unsere Kinder erklären und rechtfertigen, weil man eben gewisse Dinge anders macht, weil man vielleicht auch schneller an seine Grenzen stösst, akzeptiert man sich dann tief im Innern wirklich selbst? Oder geht es eher darum eine Erklärung dafür zu haben wieso man selber oder das Kind halt nicht rein passt?

Es gibt sie einfach, die feinfühligeren Menschen und Tiere, die tiefer wahrnehmen…das ist so und das war schon immer so. Es braucht diese Sensibilität um ein Gleichgewicht herzustellen. Irgendwann aber hat die Menschheit angefangen Sensibilität als Schwäche zu sehen. Die Welt braucht sie aber unbedingt– so einfach ist das.

Man kann nicht mehr erreichen indem man sich erklärt und rechtfertigt. Im Gegenteil, je mehr wir uns erklären, desto mehr entfernen wir uns von uns selbst. Diese Erfahrung habe ich zumindest für mich selbst gemacht. Mittlerweile empfinde ich es daher als ziemlich unwichtig, andere wissen zu lassen, dass ich mich als sensibel wahrnehme. Hilft man sich selber und den Kindern nicht viel besser, wenn man sich darauf konzentriert sich selbst zu stärken, sich vermehrt auf die positiven Seiten der Sensibilität zu stützen, seine Kinder spüren lässt, dass sie vollkommen gut sind, so wie sie sind und ihnen Lösungen und Hilfsmittel mit auf den Weg gibt?

Wichtiger ist es, sich vermehrt auf "das Innen" und nicht zu sehr auf "das Aussen" zu konzentrieren, damit man die Kraft hat, für die Kinder unterstützend zu sein. Die Bezeichnung Hochsensibilität bei einem Lehrer oder anderen Eltern zu erwähnen, ist daher nicht unbedingt hilfreich, ausser man spürt, dass jemand offen dafür ist….Auf jeden Fall aber, ist es sehr aufbauend und hilfreich, sich mit „Gleichgesinnten“ auszutauschen....