Sensibel-ist es sinnvoll sich bei anderen zu erklären?

Schon lange beschäftige ich mich mit dem Thema Hochsensibilität und als ich das erste Buch darüber las, war ich mir sicher, dass das die Erklärung dafür ist, wieso ich mich schon immer „irgendwie anders“ fühlte……

Dem Ratschlag gewisser Ratgeber sich als Hochsensible am Arbeitsplatz oder in der Schule zu erklären, stehe ich mittlerweile aber eher skeptisch gegenüber. Sogar der Begriff „Hochsensibel“ stört mich manchmal. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Begriff ganz gut in die Opferrolle gepresst wurde…..er erscheint daher so einigen halt nur als eine „Ausrede“ oder eine „Modeerscheinung“.

Wenn wir uns für uns selbst oder unsere Kinder erklären und rechtfertigen, weil man eben gewisse Dinge anders macht, weil man vielleicht auch schneller an seine Grenzen stösst, akzeptiert man sich dann tief im Innern wirklich selbst? Oder geht es eher darum eine Erklärung dafür zu haben wieso man selber oder das Kind halt nicht rein passt?

Es gibt sie einfach, die feinfühligeren Menschen und Tiere, die tiefer wahrnehmen…das ist so und das war schon immer so. Es braucht diese Sensibilität um ein Gleichgewicht herzustellen. Irgendwann aber hat die Menschheit angefangen Sensibilität als Schwäche zu sehen. Die Welt braucht sie aber unbedingt– so einfach ist das.

Man kann nicht mehr erreichen indem man sich erklärt und rechtfertigt. Im Gegenteil, je mehr wir uns erklären, desto mehr entfernen wir uns von uns selbst. Diese Erfahrung habe ich zumindest für mich selbst gemacht. Mittlerweile empfinde ich es daher als ziemlich unwichtig, andere wissen zu lassen, dass ich mich als sensibel wahrnehme. Hilft man sich selber und den Kindern nicht viel besser, wenn man sich darauf konzentriert sich selbst zu stärken, sich vermehrt auf die positiven Seiten der Sensibilität zu stützen, seine Kinder spüren lässt, dass sie vollkommen gut sind, so wie sie sind und ihnen Lösungen und Hilfsmittel mit auf den Weg gibt?

Wichtiger ist es, sich vermehrt auf "das Innen" und nicht zu sehr auf "das Aussen" zu konzentrieren, damit man die Kraft hat, für die Kinder unterstützend zu sein. Die Bezeichnung Hochsensibilität bei einem Lehrer oder anderen Eltern zu erwähnen, ist daher nicht unbedingt hilfreich, ausser man spürt, dass jemand offen dafür ist….Auf jeden Fall aber, ist es sehr aufbauend und hilfreich, sich mit „Gleichgesinnten“ auszutauschen....